Entwicklung der Skulptur

Projekt der Stadt Wetter, um an Friedrich Harkort zu erinnern

Danke schön!

Das UnserFriedrich-Projektteam dankt allen Unterstützern, Partnern und Spendern von ganzem Herzen dafür, dass sie die erfolgreiche Durchführung des UnserFriedrich-Projektes ermöglicht haben!

Kuh_Skulptur des Timothy Vincent (links, rechts Klaus Meyer)
Kleine Bronzebüste von Friedrich Harkort
Vorrichtung zur mechanischen Abtastung der kleinen Bronzebüste (Atelier, Josi Elstner)

Kleine Harkort-Büste und Pappmodell

In einem ersten Schritt entwickelte der Wetteraner Künstler und Mitglied des Projektteams Josi Elstner Mitte 2019 ein Pappmodell - als Machbarkeitsstudie sozusagen. Dafür stellte Elisabeth Harkort (Gut Schede) freundlicherweise ihre kleine - ca. 20 cm hohe - Bronzebüste von Friedrich Harkort zur Verfügung.

UnserFriedrich - Pappmodell - Josi Elstner in seinem Atelier in Wetter

Anregung zum Scan

Josi Elstner machte sich in seinem Atelier an der Kaiserstraße in Wetter (Ruhr) an die Arbeit und entwickelte ein Verfahren zur vertikalen mechanischen Abtastung der Büste und Übertragung der so gewonnenen Vertikalprofile auf Pappscheiben. So entstand ein kleines dreidimensionales Modell der UnserFriedrich-Skulptur.

Aufgrund des guten Ergebnisses der Machbarkeitsstudie in Form des Pappmodell entschied das UnserFriedrich-Projektteam, den nächsten Schritt zu wagen und einen professionellen 3D-Scan der großen Friedrich-Harkort-Büste aus dem Harkort-Turm auf dem Harkort-Berg in Wetter (Ruhr) durchzuführen.

Große Harkort-Büste & 3D-Scan

Große Bronzebüste Friedrich Harkort im Harkort-Turm, Wetter (Höhe: ca. 40 cm)
3D-Scan bei Firma scanlabor (demnächst: myProLab) in Coesfeld - Vorbereitung
3D-Scan bei Firma scanlabor (demnächst: myProLab) in Coesfeld - Scanprozess
3D-Scan bei Firma scanlabor (demnächst: myProLab) in Coesfeld - 3D-Scan auf dem Bildschirm
3D-Scan Friedrich Harkort Büste (scanlabor, Coesfeld)

Der nächste Schritt

Für den nächsten Schritt der Entwicklung der UnserFriedrich-Skulptur wurde die große Friedrich-Harkort-Büste aus dem Harkort-Turm benötigt. Die Stadtverwaltung Wetter (Ruhr) und die Leiterin des Kreis- und Stadtarchivs Stephanie Pätzold gaben dazu ihre Genehmigung. Am Montag, den 17. Juni 2019, übergab der 1. Vorsitzende des Heimatvereins Wetter (Ruhr) e. V. Klaus-Peter Vohrmann die Büste an Helmut Franzen.

Helmut Franzen brachte die Büste dann am nächsten Tag in das Scanlabor der Startup-Firma myProLab GmbH & Co. KG in Coesfeld. www.myprolab.de. Vorbereitend für die 3D-Vermessung wird die Büste auf der Messplatte positioniert.

MyProLab

Digitalisierung

Bei der 3D-Digitalisierung der Büste wird der Scanner aus unterschiedlichen Raumrichtungen im Abstand von etwa 25cm über die gesamte Oberfläche geführt. Mehrere Laserlinien tasten diese mit bis zu 480.000 Messungen/s ab.

Die Rohdaten der Messung werden in der Scan-Software als 3D-Modell visualisiert und im ersten Schritt grob bereinigt. Dabei werden Hintergrunddaten weggeschnitten (z. B. Tisch) und Datenrauschen über Filterfunktionen reduziert. Das digitale Ergebnis des 3D-Scans ist auf dem Bildschirm zu sehen und kann dort aus allen Richtungen betrachtet und bearbeitet werden.

In dieser Darstellung wird deutlich, wie die 29 Schnitte durch den 3D-Scan der Büste von Friedrich Harkort verlaufen. Auf der Basis dieses Modells werden entsprechende Blechprofile in Form von dxf- und dwg-Dateien für die spätere CAD-Bearbeitung und CAD/CAM-Kopplung erstellt.

3D-Scan Friedrich Harkort Büste (scanlabor, Coesfeld)

Holzmodell

Holzmodelle mit 2 unterschiedlichen dicken (6 und 8 mm) Platten.
Jutta Gentgen, links und Renate Franzen, rechts

Optische Wirkung

Um die optische Wirkung unterschiedlich dicker Blechplatten abzuschätzen, baute Klaus Meyer ein Modell aus entsprechend dicken Holzbrettern (6 und 8 mm). Das UnserFriedrich-Team entschied sich aufgrund der besseren optischen Wirkung für die Variante mit 8 mm dicken Blechen.

Wahl des Werkstoffs: Corten-Stahl

Prisma-Stele von K-L-Schmaltz,Düsseldorf – vorher
Prisma-Stele von K-L-Schmaltz,Düsseldorf – nachher

Korrosions-schutz

WIKIPEDIA: Cortenstahl bildet auf der Oberfläche durch Bewitterung, unter der eigentlichen Rostschicht, eine besonders dichte Sperrschicht aus festhaftenden Sulfaten oder Phosphaten aus, welche das Stahlteil vor weiterer Korrosion schützt.

Über den Werkstoff

Man unterscheidet zwischen Corten A und Corten B. Corten B (ASTM A 588 Werkstoff-Nr. 1.8965, EN 10027-1: S 355J2W) ist nicht phosphorlegiert, hat gute Schweißeignung und eine gute Kalt- und Warmumformbarkeit. Der Stahl wird für geschweißte, geschraubte Konstruktionen eingesetzt, z. B. im Stahlhoch- und Brückenbau, im Behälterbau, für ISO-Container, sowie im Anlagenbau. [1] Aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen und seiner charakteristischen Patina wird Cortenstahl auch für Akzente in der Architektur eingesetzt, wie zum Beispiel für Fassadenverkleidungen. Viele Bildhauer verwenden das Material für Skulpturen im Außenbereich.

UnserFriedrich-Gesamtskulptur

UnserFriedrich-Gesamtskulptur
UnserFriedrich Gesamtskulptur - Konstruktive Ausführung (Jutta Gentgen, Klaus Meyer & Dr. Stefan Bild)

Das Ergebnis

In einem mehrstufigen Gestaltungsprozess des Projektteams mit verschiedenen Varianten entstand am Ende die finale Ausführung der UnserFriedrich-Gesamtskulptur aus 30 Corten-Stahl-Blechen. die jeweils einem Schnitt durch den 3D-Scan der großen Friedrich-Harkort-Bronzebüste entsprechen. Das Profil der Büste wächst aus einem unteren und aus einem hinteren geradlinig gestalteten Block heraus.  Die dreidimensionale Wirkung entsteht durch das optische Zusammenwirken der parallel angeordneten Blechprofile.

Konstruktive Ausführung der UnserFriedrich-Gesamtskulptur

In Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern des UnserFriedrich-Projektteams Klaus Meyer und Dr. Stephan Bild entstand die detaillierte Standsicherheits-geprüfte Konstruktion der UnserFriedrich-Gesamtskulptur. Dabei werden die 30 Cortenstahl-Platten auf eine Sockelplatte aufgeschweißt und zur besseren Stabilität auf mehreren Ebenen quer verbunden. Die Skulptur wird auf einen entsprechend dimensionierten Betonsockel aufgeschraubt und gesichert.